European Media Art Festival, 24 - 28. April 2013
Ausstellung 24. April - 26. Mai 2013
Die Preisverleihung
Am Sonntag Abend fand in der Osnabrücker "Lagerhalle" die Preisverleihung des 26. European Media Art Festivals statt. Insgesamt rund 180 Filme nahmen am Wettbewerb um die beim Festival zu gewinnenden Preise teil.
Eine internationale Jury, bestehend aus Julia Draganovic (Italien), Caspar Stracke (Finnland/Deutschland) und Elias Souaiby (Libanon), vergab sowohl den EMAF Award, den Arte Creative Newcomer Award als auch den Dialogpreis des Auswärtigen Amtes.
Der EMAF Award prämiert richtungsweisende Arbeiten der Medienkunst und ging, zusammen mit einem Preisgeld von 2.500 Euro an Hilary Koob-Sassen für seinen Film "Transcalar Investment Vehicles" (GB 2012, 65:00 Min).
Hierzu schreibt die Jury: "Die Jury vergibt den EMAF Award für eine Arbeit die in einer überwältigenden Collage aus verschiedenen visuellen Versatzstücken besteht: Mikro und Makro, Persönliches und Öffentliches, Bekanntes und Unbekanntes befinden sich ununterbrochen auf Kollisionskurs. Was sich auf den ersten Blick mit dem wissenschaftlichen Begriff instabiler Zustand beschreiben lässt, offenbart sich bald als hybrider Organismus. Trotz seiner beständig sich verändernden Gestalten, Erscheinungsweisen und Ästhetiken verfügt dieser Organismus über einen stringenten vitalen Zusammenhang. Momente von Trauer oder Unsicherheit nehmen die Form von Skulpturen aus zusammengefügten offenen Behältern an.
Im Verlauf seines Videos kreiert Hilary Koob-Saasen einen ununterbrochenen Dialog, der die kodifizierte Sprache der Finanziers transformiert und den Redegestus der großen Korporationen in eine poetische Metasprache übersetzt. Während sie durch die hoch spezialisierte Welt der Kodes und Bedeutungsträger surft, lässt sich seine Arbeit als der Versuch lesen, eine visuelle Theorie als Strategie gegen Miss-Information und Ungewissheit zu entwickeln: In einer Welt mit zu vielen unlösbaren Rätseln, ist man dazu aufgerufen, sein eigenes Rätsel zu entwickeln. Anstatt sich dem hoffnungslosen Versuch hinzugeben, den beständigen Fluss von komplexen Informationen zu analysieren und zu verarbeiten, sollt man neuer Wege der Wiedernutzung entwickeln. Beginne mit deiner unmittelbaren Umgebung, Politik beginnt im Wohnzimmer.
Der Arte Creative Newcomer Award wurde in diesem Jahr geteilt und an zwei verschiedene Filmemacher verliehen und zwar an Karimah Ashadu und "Lagos Island" (NGR/GB 2012, 4:44 Min) sowie ‚cylixe‘ und ihren Film "Una Ciudad En Una Ciudad" (D 2012-2013, 18:22 Min). Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro unterstützt die Gewinner bei der Realisierung einer neuen Arbeit, die bei ARTE Creative und beim EMAF 2014 präsentiert wird.
"Lagos Island" prämierte die Jury mit folgender Begründung: "Die bewegten Bilder der zweiten Arbeit kreisen im wörtlichen Sinne und kehren die Perspektiven des Betrachters einem holprigen Rhythmus folgend immer wieder auf den Kopf. Ein hölzernes Knarren begleitet den ruckhaften Wechsel von einem schrägen Ausblick auf eine afrikanische Landschaft zum nächsten – wir fühlen uns befremdet, so wie sich vermutlich auch die auf Lagos Island campenden Immigranten fühlen, deren Lebenswelt die Autorin mit ihren unkonventionellen Blickwinkeln dokumentiert."
Den außerdem gleichwertig ausgezeichneten Film "Una Ciudad En Una Ciudad" beschreibt die Jury so: "Die eigenartige rhythmische Sprache dieses Videos erzeugt ein mitreißendes Tempo im Wechsel von Erwartungserzeugung und Enthüllung verbotener Bilder. Gemeinsam mit der Autorin des Filmes überschreitet der Betrachter eine Grenze nach der anderen und wird so zum Komplizen dieser abenteuerlichen Erkundung von städtischem Terrain durch heimliche Filmaufnahmen. Der Film handelt nicht allein von einer gigantischen Hausbesetzung, sondern auch und vor allem von sozialen Hierarchien, selbst-organisierten und autarken Lebensgemeinschaften jenseits von urbanistischen Planungskonzepten. Innen- und Außenansicht dieser Communities, die Resultat einer sich beständig ausbreitenden Balkanisierung in Caracas, Venezuela sind, klaffen eklatant auseinander, werden aber von der Autorin virtuos zueinander in Beziehung gesetzt."
Der Dialogpreis des Auswärtigen Amts zur Förderung des interkulturellen Austauschs ging mit einem Preisgeld von 2000 Euro an Zachary Formwalt mit "Unsupported Transit" (NL 2011, 15:00 Min).
Die Jury vergibt den Dialog Preis an Zachary Formwalts "Unsupported Transit" für "seine kluge Kombination von Stimme und Bild, die die Möglichkeiten der Kommunikation zum Zwecke der wechselseitigen Vers tändigung in Frage stellt.
Im Video werden lange Aufnahmen von Rem Kohlhaas’ Baustelle für das neue Börsengebäude in Shenzen, der schnellst wachsenden Stadt der Welt, von einem Voice-over begleitet, das die Geschichte von Eadweard Muybridges Erforschung von Bewegung mit Mitteln der Fotografie mit Leland Stanfords Investment-Experimenten auf dem sogenannten "Freien Markt" und mit Marx‘ und Engels Analyse eines Phänomens, das sie als "verkürzte Form von Kapital" bezeichnen, verstrickt. Der Text lädt den Betrachter ein auf eine Reise durch die Geschichte des Kapitalismus und die Geschichte dessen, was auf den ersten Blick als Analyse von Wahrnehmung erscheint. Die Bilder enthüllen jedoch, dass das, was der Erzähler als einen Tatsachenbericht darstellt, in Wirklichkeit die Erschaffung eines neuen Repräsentationsmodells beschreibt. Der Kapitalismus folgt seinem eigenen Weg ohne irgendjemandem oder irgendetwas Gehör zu schenken. Der Betrachter bleibt immer einen Schritt hinter dem Geschehen zurück. Aber nichtsdestotrotz versucht die Stimme aus dem Off die Neuerfindung des Kapitalismus in China zum einem Erbstück von US-amerikanischer und europäischer Geschichte zu erklären."
Der "Preis der deutschen Filmkritik 2013 in Bereich Experimentalfilm" geht, zusammen mit 500 Euro an Benjamin Ramirez Perez und "Gradually" (D 2012, 6:25 Min).
Die Jury schreibt: "Nach und nach", "Stück für Stück" - so die deutsche Übersetzung von Benjamin Ramirez Perez Arbeit "Gradually". Und gemeint scheinen damit nicht nur die gefahrenen Kilometer zum Zielort X, die Perez‘ Protagonistin via Zug zurücklegt. Nach und nach entfächern sich auch die verschiedenen Wahrnehmungsebenen. Gleich eines Prismas, das einfallende Lichtstrahlen in seine Wellenlängen zu brechen vermag, zerlegt "Gradually" auf sehr sinnliche Weise eine individuelle Erfahrung und macht sie in einzelnen Bildern sichtbar. Verschiebungen in Raum und Zeit, das Außen, das Innen, Reflexionen auf Fensterscheiben und gespaltene Kadrierungen - Synchronizität, die letztlich entsteht, wenn die von Perez genutzten Formate zu einer Gesamtheit zusammenfließen."
Der "Verband der deutschen Filmkritik e.V." hatte Carolin Weidner, Dr. Thomas Rothschild und Bodo Schönfelder in die Jury berufen.
Das EMAF beglückwünscht alle Preisträger recht herzlich und bedankt sich bei den Jurys für ihre tolle Arbeit.
Für weitere Informationen und Pressefotos zur Preisverleihung wenden Sie sich bitte an Kerstin Kollmeyer unter presse(at)emaf.de.
Pressemitteilung vom 16.04.2013
European Media Art Festival , 24. - 28. April 2013
Ausstellung 24. April - 26. Mai 2013
Das Festival rückt näher, wir bereiten uns auf die Ankunft der Medienkunstfans vor - und die finden in diesem Jahr ein besonderes Festival-Programm, das den Besuchern die Möglichkeit gibt, Kunst zu erfahren und Kunstschaffende ganz persönlich kennen zu lernen.
Zahlreiche Filmemacher, die ihre Werke im Filmprogramm vorstellen, werden vor und nach den Screenings ihrer Filme für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen.
Künstler, deren Installationen in der Ausstellung Kunsthalle Osnabrück zu sehen sind, werden während des Festivals Künstlergespräche anbieten, in denen sie Fragen zu ihren Installationen und ihren Werken detailliert beantworten werden. So bietet zum Beispiel Henrike Naumann ein Künstlergespräch zu Ihrer Installation "Triangular Stories" an, in dem die aus Zwickau stammende Künstlerin faschistische Tendenzen sowie hedonistische Selbsterfahrungstrips einer Generation hinterfragt und so einen ganz aktuellen Bezug zur NSU-Thematik bietet.
Kontakt zu den Künstlern bieten auch die Workshops, die beim EMAF in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt bilden. Künstler und Referenten bieten hier verschiedenste Ansätze, sich mit der Kunst und ihrer Technik auseinander zu setzen. VHS, Mini-Computer und Smartphones werden auseinandergenommen, programmiert oder entgegen ihrem tatsächlichen Nutzen eingesetzt. So entstehen interessante Ergebnisse, die zum Teil anschließend auch im Kongress des Festivals präsentiert werden.
Zudem bietet der Kongress Medienkünstlern und Fachpublikum mit Vorträgen zu Finanzierungs- und Produktionstechniken zahlreiche Informationen. Design-Forscher Florian Alexander Schmidt untersucht die ethischen und ästhetischen Lichtblicke aber auch Abgründe der boomenden "Crowdsourcing"-Branche während Medienkünstler Igor Štromajer mit der These provoziert: "Die radikalste künstlerische Aktion, die ein Künstler heute unternehmen kann, ist die, etwas nicht zu tun." Sein Projekt "Expunction: deleting net art" zeigt zudem, welche seiner Projekte er daher in der letzten Zeit aus dem Netz entfernt hat.
Die ägyptische Filmemacherin und kulturpolitische Aktivistin Hala Galal spricht über die Rolle der Medien in der ägyptischen Gesellschaft nach den Revolten.
Einen Schwerpunkt bilden beim diesjährigen Festival vor allem auch die Performances und Live Music Acts. Unter dem Titel Sound & Vision bieten wir jeden Abend performative, audiovisuelle Unterhaltung, die die Zuschauer begeistern wird. Der inzwischen sehr populäre "Audiovisuelle Salon" wartet unter anderem mit einer exklusiven Kooperation der Drone-Musik-Pioniere TROUM und dem Multimedia-Künstler Jürgen Reble auf.
Der New Yorker Peter Burr wird die Besucher am Freitag Abend mit einer imaginären Live-TV-Show mit Underground-Animationen und Green-Screens großartig unterhalten. Zwei Partys und zwei weitere Performances füllen die Festival-Abende und -Nächte mit spannendem Programm.
Im diesjährigen Filmprogramm werden insgesamt über 180 Filme auf der großen Leinwand präsentiert, darunter zahlreiche Premieren. Die beliebten Hasekult-Filme bestehen in diesem Jahr aus den Gialli-Filmen "Berberian Sound Studio" und "Der Killer von Wien".
Im retrospektiven Bereich zeigen wir in diesem Jahr drei Filmprogramme als Hommage an den Konstruktivisten Friedrich Vordemberge Gildewart sowie eine Werkschau der Kalifornierin Kerry Laitala, die ihre Filme teils ohne Kamera produziert, indem sie reale Objekte direkt auf dem Filmstreifen platziert. Doch auch visuelle Experimente in 3D gehören zu ihrem Repertoire.
Zahlreiche Kurz- und Langfilme nehmen in diesem Jahr am Wettbewerb um die vier beim EMAF zu gewinnenden Preise teil: Den "EMAF-Award", den "arte creative Newcomer-Award", den "Dialogpreis" des Auswärtigen Amtes sowie den "Preis für den besten deutschen Experimentalfilm", der vom Verband der deutschen Filmjournalisten vergeben wird. Wir sind gespannt, welche Werke in diesem Jahr die Jurys überzeugen werden.
Weitere Neuigkeiten und Infos zum Festival finden Sie auch auf unserer Homepage www.emaf.de und auf facebook, vimeo, twitter und flickr.
Pressemitteilung vom 14.03.2013
26. European Media Art Festival, 24. – 28. April 2013
Ausstellung: 24. April – 26. Mai 2013
Das EMAF zeigt in seiner 26. Ausgabe Medien als Kunst, Medien als Kult, Medien der Reflexion und Medien mit Spaßfaktor.
In seinem Programm mit Kurz- und Langfilmen, Dokumentationen, Ausstellungen, Performances und Vorträgen stellt das EMAF bekannte Größen wie die Kalifornierin Kerry Laitala, den Essay-Filmer Harun Farocki sowie den Teilnehmer der documenta 13, Omer Fast, aber auch Nachwuchstalente aus verschiedenen Hochschulen und Akademien vor.
Mehr als 180 neue Filme, Installationen und künstlerische Projekte wurden aus den über 2.400 Einreichungen ausgewählt und werden auf dem Festival präsentiert.
Dem in Osnabrück geborenen und 1962 verstorbenen Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart widmet die Stadt 2013 eine besondere Veranstaltungsreihe. Das EMAF nimmt dies zum Anlass, mit umfassenden Programmen einen Bogen mit historischen Filmen der klassischen filmischen Avantgarde der 20er Jahre über Experimentalfilme der 50er und 60er Jahre aus der Nachkriegszeit, bis hin zur abstrakten Computer- und Medienkunst der Gegenwart zu spannen.
Einen inhaltlichen Schwerpunkt wird das EMAF außerdem auf Beiträge aus dem arabischen und islamisch geprägten Raum setzen. Nach dem "arabischen Frühling" ist die politische Situation in vielen Ländern nach wie vor sehr angespannt und vor allem auch vom Konflikt in Syrien überschattet.
Das Festival möchte daher auch in diesem Jahr die kreativen Ideen und Projekte der Künstler aus diesen Regionen und ihren Einsatz für eine Demokratisierung der Gesellschaft umfassend vorstellen.
Die Ausstellung des Festivals wird vom 24. April bis zum 26. Mai in der Kunsthalle Osnabrück und weiteren Ausstellungsorten zu sehen sein. Kinetische und interaktive Projekte, sozialkritische Positionen sowie Licht- und Klanginstallationen machen die Ausstellung zu einem Erlebnis des Sehens, der Aktion und Reflexion.
Erstmalig bietet das EMAF in diesem Jahr ein neues Qualifizierungsangebot für Medienkünstler und Kunstinteressierte an. In Workshops, Vorträgen und Präsentationen mit renommierten Fachleuten werden u.a. die Chancen und Grenzen des Crowd Funding als neue Finanzierungsmöglichkeiten für Kunst und Kultur thematisiert.
Dem künstlerischen Nachwuchs bietet auch in diesem Jahr der Media Campus als "Festival im Festival" ein besonderes Forum. Filmprogramme, eine Ausstellung, Präsentationen und Info-Börsen bieten Studierenden europäischer Hochschulen , die Möglichkeit sich in der Welt der Medienkunst zu orientieren und auch zu positionieren.
Presse-Akkreditierungen nehmen wir gerne noch bis Anfang April entgegen. Wenden Sie sich bitte an Kerstin Kollmeyer unter presse(at)emaf.de.
Alle Neuigkeiten und Infos zum Festival finden Sie auf unserer Homepage www.emaf.de und auch auf facebook, vimeo, twitter und flickr.
// KONZEPT UND FESTIVALLEITUNG
Hermann Nöring, Alfred Rotert, Ralf Sausmikat
// WEITERE INFORMATIONEN
Kerstin Kollmeyer
presse(at)emaf.de
European Media Art Festival
Lohstr. 45a
49074 Osnabrück
Tel: 0541/21 658
Fax: 0541/28 327
EMAF ArtBox: AIRS ABOVE THE GROUND
5. Juli – 30. September 2012
Foyer der Stadtbibliothek, Markt 1, Osnabrück
von Janet Biggs
USA 2007, DVD, 5:00
Mit den Videobildern einer dreizehnjährigen Leistungssportlerin zeigt Janet Biggs gleichnishaft, wie stark Jugendliche durch soziale Zwänge und Leistungsziele geprägt sind und einige von ihnen nach einem kaum zu erreichenden Ideal streben. Hinter den Zeitlupenbildern einer Synchronschwimmerin und ihrer jugendlichen Leichtigkeit scheint der mühsame Aufwand, die soziale Kontrolle und der unerbittliche Wunsch nach Perfektion auf.
Janet Biggs ist durch ihre Video-, Foto- und Performancearbeiten bekannt geworden. Ihre Werke wurden weltweit, u.a. im Museum of Art, Ithaca, NY; Everson Museum of Art, Syracuse, NY; Vantaa Art Museum, Finnland; Linkopings Konsthall, Schweden; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz, Austria, EMAF Osnabrück und im Perth Institute of Contemporary Arts, Australia präsentiert. Sie lebt und arbeitet in New York.
EMAF ArtBox ist ein Projekt des European Media Art FestivalUnterstützt durch das Literaturbüro West-Niedersachsen und durch die Stadtbibliothek Osnabrück
Pressemittelung 03-2012
25. European Media Art Festival, 18. – 22. April 2012
Ausstellung: 18. April – 27. Mai 2012
„And the winner is....“
Am Sonntag Abend fand in der Osnabrücker „Lagerhalle“ die Preisverleihung des 25. European Media Art Festivals statt. Insgesamt rund 170 Filme nahmen am Wettbewerb um die beim Festival zu gewinnenden Preise teil.
Der "Preis der deutschen Filmkritik 2012 in Bereich Experimentalfilm" geht an Constanze Fischbeck und Daniel Kötter für ihren Film "State-Theatre #2 Tehran" (D 2011, 24:00 Min). In der Begründung heißt es:
„Den Film bewegt beidseitiges Sehen. Zwei Kameras erkunden die Räume eines prächtigen, ehemals belebten, seit 1979 stillgelegten Theatergebäudes in einer ruhigen, nüchtern konzipierten Struktur. Mit großer Eindeutigkeit, auch durch die gleichmäßig helle Ausleuchtung, wird die Übersichtlichkeit klarer Linien erreicht. In dieser Strenge, Geschlossenheit und Schönheit liegen die besonderen Qualitäten des Films.
Zusätzliche Szenen über die dort installierten Überwachungskameras sowie mit Puppenspielern und einer Tänzerin nähern sich über Umwege der historischen und politischen Brisanz dieses Ortes in Teheran.“
Der "Verband der deutschen Filmkritik e.V." hatte Günter Agde, Bodo Schönfelder und Hans-Jürgen Tast in die Jury berufen.
Eine internationale Jury, bestehend aus Maria Pallier, Daniel Cockburn und Abdo Nawar, vergab sowohl den EMAF Award, den Newcomer Award als auch den Dialogpreis des Auswärtigen Amtes.
Der EMAF Award prämiert richtungsweisende Arbeiten der Medienkunst und ging, zusammen mit einem Preisgeld von 2.500 Euro an Hayoun Kwon und ihren Film „Manque de Preuves“ (Mangel an Beweisen) (F 2011, 9:20 Min).
Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „Der EMAF-Award wird Hayoun Kwon für ihre transmediale Erzählung von interkulturellem Unverständins verliehen. „Manque de Preuves“ ist ein Märchen, eine Erzählung, eine Untersuchung und eine Autopsie eines kulturellen Dilemmas, die eine Bandbreite verschiedener Medien verwendet um Unterschiede in einzelnen Kulturen und Wahrheiten aufzuzeigen.“
Der mit 1.500 Euro dotierte EMAF Newcomer Award wurde in diesem Jahr an Ed Atkins und den Film „Death Mask III“ (GB / 2011 / 34:46 Min) verliehen.
Die Jury beschreibt den Film als „ein Werk, das eine sensible und erstaunliche Mischung von Ton und Bild verwendet um eine Geschichte zu erzählen – ohne sie zu definieren; um auf Emotionen und Traumata anzuspielen ohne sie jedoch fühlbar zu machen.“ Weiterhin lobt die Jury Ed Atkins für sein technisches Können und seine musikalische Sensibilität.
Der Dialogpreis des Auswärtigen Amts zur Förderung des interkulturellen Austauschs ging an Kaya Behkalam und „Excursions in the Dark“. Die Jury nennt die Arbeit ein „poetisches Portrait der Straßen und Menschen in Kairo nach der Revolution. „Excursions in the Dark“ zeigt leere Räume, geladen von Angst vor einer chaotischen Zukunft. Gleichzeitig wird dem Zuschauer die Universalität menschlicher Träume bewusst gemacht.“ Der Preis ist mit 2.000 Euro.
Das EMAF beglückwünscht alle Preisträger und bedankt sich bei den Jurys für ihre Arbeit.
European Media Art Festival
Das EMAF in Osnabrück zählt zu den bedeutendsten Foren internationaler Medienkunst und ist ein offenes Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiterentwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Als lebendiger Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und ein interessiertes Fachpublikum hat es Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt.
// WEITERE INFORMATIONEN
Kerstin Kollmeyer
Presse(at)emaf.de
European Media Art Festival
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Fax. 0541/ 28327
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Pressemittelung 02-2012
25. European Media Art Festival, 18. – 22. April 2012
Ausstellung: 18. April – 27. Mai 2012
Das Programm zum Jubiläum
Das EMAF feiert sein 25. Jubiläum in diesem Jahr mit einigen Programm-Highlights: Im Kongress werden namhafte Referenten wie der Medientheoretiker und Direktor des „ZKM | Zentrum für Medientechnologie und Kunst“, Peter Weibel und der Schweizer Medienphilosoph Gerhard Johann Lischka Vorträge zur Entwicklung der Medienkunst und ihrer Zukunft.
Weitere Vorträge des Kongresses behandeln das politisch aktuelle Thema der Revolutionen im arabischen Raum: Jasmina Metwaly aus Kairo ist Mitglied des Medienkollektivs „Mosireen“, dass sich in Ägypten aus dem Bürgerjournalismus bildete, als Präsident Hosni Mubarak zum Rücktritt gezwungen wurde. Sie wird ihre Arbeit zwischen Dokumentarfilmen und Videokunst vorstellen und zeigen, wie sich die Revolutionäre gegen die Zensur ihrer Regierung auflehnen.
Noch brisanter ist die Präsentation von Charlotte Bank aus Berlin, die in einem Vortrag mit anschließender Filmvorführung die Arbeit syrischer Künstler präsentieren wird. Unter einfach Bedingungen und ständigem Zeitdruck entstehen in dem von Terror regierten Land kreative Protesterscheinungen.
Zudem zeigt das EMAF in den Kinos des Festivals unter dem Titel „Now and Then“ eine Reihe mit retrospektivischem Charakter. Künstler präsentieren hier neben neuen Arbeiten auch Werke die schon vor Jahren in Osnabrück gezeigt wurden um so die Entwicklungen und Veränderungen in der Medienkunst zu verdeutlichen.
Unter dem Titel „Record“ bietet die internationale Auswahl darüber hinaus eine Bandbreite aktueller Filme und Videos, die beobachten, kommentarlos dokumentieren und fokussieren. Durch Bildauswahl und Montage beziehen die Filmemacher dennoch einen Standpunkt und zeigen mit ihrer ganz eigenen Handschrift, welche persönlich oder gesellschaftlich relevanten Ereignisse sie heute bewegen.
Zum Jubiläum hat das EMAF auch sein Archiv bearbeitet und bereits über 7.000 Film/Video Titel aus der Geschichte des Festivals in die Datenbank „mediaartbase.de“ integriert. Mehr als 800 Filme und Videos wurden speziell hierfür digitalisiert und machen das Archiv des EMAF zu einer der herausragenden Quellen zur Geschichte der experimentellen Film- und Videoarbeit seit Beginn der 80er Jahre.
Im Projekt DCA (Digitising Contemporary Art) arbeitet das EMAF zudem mit 25 Partnern aus zwölf europäischen Ländern zusammen um das Archiv auch über die europäische Plattform „Europeana“ zugänglich zu machen.
Links zu den Archiv-Projekten des EMAF:
www.mediaartbase.de/handle/10858/4
Alle Neuigkeiten und Infos zum Festival auf unseren neuen Homepage www.emaf.de und auch auf facebook, vimeo, twitter und flickr.
Online-Akkreditierungen für das diesjährige Festival sind noch bis Anfang April möglich.
European Media Art Festival
Das EMAF in Osnabrück zählt zu den bedeutendsten Foren internationaler Medienkunst und ist ein offenes Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiterentwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Als lebendiger Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und ein interessiertes Fachpublikum hat es Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt.
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Kerstin Kollmeyer
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Pressemittelung 01-2012
25. European Media Art Festival, 18. – 22. April 2012
Ausstellung: 18. April – 27. Mai 2012
Aktuelle Medienkunst auch zum Jubiläum – 25 Jahre EMAF in Osnabrück
Das European Media Art Festival in Osnabrück feiert in diesem Jahr sein 25. Jubiläum – verfällt aber nicht in Wehmut und Rückblicke sondern setzt vom 18. bis 22. April wieder auf die aktuellsten Trends der experimentellen Medienkunst.
Seit einem viertel Jahrhundert ist Osnabrück während des Festivals Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Galeristen, Entwickler und Kunstinteressierte aus der ganzen Welt. Das EMAF zeigt die neuesten Trends der internationalen Medienkunst in zahlreichen Filmprogrammen, Performances, Vorträgen und in seiner Ausstellung.
Über 2.300 Einsendungen von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt stapeln sich im Sichtungsraum der Auswahlkommission, die in diesem Jahr mit Alex Gerbaulet, HBK Braunschweig, Erwin van ’t Hart, IFFR Rotterdam, sowie Philipp Czogalla, Uni Paderborn und Helene Webers, SMART Project Space Amsterdam, besetzt ist. Unter der Leitung von Ralf Sausmikat entsteht in den kommenden Wochen ein vielseitiges Festivalprogramm, das mit aktuellen Kurz- und Langfilmen die Festival-Besucher unterhalten aber auch nachdenklich machen und zu kontroversen Diskussionen anregen wird. Schon während der ersten Sichtungen stellte sich heraus, dass im diesjährigen Programm auch zunehmend längere Filme zu sehen sein werden, viele 30- bis 40-minütige Beiträge beeindruckten die Kommission.
Der arabische Raum erregt regelmäßig mit neuen Konflikten Aufsehen in der ganzen
Welt. Die brisanteste Situation besteht dabei derzeit in Syrien. Das EMAF wird in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Charlotte Bank daher in einem Special mit Kurzfilmen und Videos über die Arbeit von syrischen Künstlern informieren.
Ein Produkt der Revolution in Ägypten, ist „Mosireen“, ein gemeinnütziges Medien-Zentrum in Kairo. Das Projekt entstand auf Grund der großen Mengen an Filmen, Videos und Bildern, die Bürger während der Kämpfe und Auseinandersetzungen im Land gemacht haben und zum Teil auch veröffentlichten. Um diese unzensierte, subjektive Wahrheit einer breiten Masse zugänglich zu machen, gründete sich das Medienzentrum in den Tagen nach dem erzwungenen Rücktritt Husni Mubaraks. Jasmina Metwaly aus Kairo wird dieses Projekt in Osnabrück vorstellen.
Im Ausstellungsbereich des Festivals werden neben Monitorinstallationen, kinetischen Objekten und Lichtkunst-Projekten auch interaktive Objekte und „Sound- Walks“ zu erleben sein: Ausgerüstet mit einem Smartphone können die Besucher Klangräume in der Stadt erkunden.
Die Veränderungen der Medienlandschaft durch das Internet sind Thema des EMAF Kongress 2012. Die provokante These: "YouTube ist inzwischen weltweit der größte Fernseh-Sender" beschreibt die Veränderung der Nutzung der Medien vom TV hin zu Internet basierten Medien und wird für Diskussionen sorgen.
Natürlich wirft das 25. EMAF auch einen Blick auf seine eigene Geschichte: Heute international bekannte Künstler, deren früheste Werke vor Jahren beim Festival zu sehen waren, werden ihre aktuellen Arbeiten vorstellen und so auch die sich stets verändernde Produktionsweise in der Medienkunst thematisieren.
EMAF zu „Ausgewähltem Ort 2012“ ernannt
Passend zum Jubiläum hat das EMAF zudem eine Auszeichnung erhalten:
Das Festival ist zu einem „Ausgewählten Ort 2012“ ernannt worden. Damit gehört es als Forum der internationalen Medienkunstwelt zu den Preisträgern des Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“, der von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ in Kooperation mit der Deutschen Bank durchgeführt wird.
Diese Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten prämiert jährlich herausragende Projekte und Ideen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. Als Preisträger ist das EMAF im Jahr 2012 somit „Botschafter für das Land der Ideen“ und repräsentiert damit das Innovationspotenzial Deutschlands.
Die offizielle Preisverleihung wird anlässlich des internationalen Museumstags am 20. Mai 2012 in der Kunsthalle Dominikanerkirche stattfinden.
Alle Neuigkeiten und Infos zum Festival gibt es unter www.emaf.de und auch auf facebook, vimeo, twitter und flickr.
European Media Art Festival
Das EMAF in Osnabrück zählt zu den bedeutendsten Foren internationaler Medienkunst und ist ein offenes Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiterentwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Als lebendiger Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und ein interessiertes Fachpublikum hat es Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt.
Pressemittelung 06-2011
24. European Media Art Festival, 27 April – 1. Mai 2011
Ausstellung 27. April – 29. Mai 2011
Medienkunst und Melancholie
Ein Umdenken hat längst stattgefunden: Naturkatastrophen, Kriege und enttäuschter Technikglaube stimmen zunehmend nachdenklich, verändern die Wahrnehmung. Das zeigte sich beim 24. European Media Art Festival (EMAF), das vom 27.04. bis 01.05. in Osnabrück stattfand. Das Festival ist in diesem Jahr politischer geworden. Die Festivalleiter Hermann Nöring, Alfred Rotert und Ralf Sausmikat ziehen Bilanz.
„Eine neue Art der Naturbetrachtung zeichnet sich ab“, erklärt Hermann Nöring. „Wichtiger Gegenstand vieler Projekte ist diesmal die kritische Auseinandersetzung mit den technologischen Versprechungen.“ Es werden verstärkt Geschichten erzählt, die oftmals von einem melancholischen Grundton geprägt sind. Die narrative Ebene ist in der diesjährigen Medienkunst-Ausstellung sehr stark. „Moving Stories“ heißt daher auch ein Unterpunkt der Ausstellung „Planet M“, die noch bis Ende Mai in der Kunsthalle Dominikanerkirche zu sehen ist.
Auch das Video- und Filmprogramm lässt ganz klar eine Tendenz erkennen: „Es überwiegen narrative, dokumentarische und gesellschaftlich relevante Ansätze“, stellt Ralf Sausmikat fest. Utopische, gesellschaftspolitische Entwürfe von sozialer Gerechtigkeit und der Glaube an das Gute des technischen Fortschritts weichen zunehmend einem distanziert-skeptischen Blick auf die Zukunft. Diese besondere Herangehensweise, Inhalte zu transportieren und einen Utopieverlust zu thematisieren, kristallisiert sich in diesem Jahr als großer gemeinsamer Nenner heraus.
Die Medien verwischen Distanzen und lassen uns Ereignisse unmittelbar erleben, auch wenn sie am anderen Ende der Welt geschehen. „Die Gegenwartskunst war schon immer eine Art Seismograph für gesellschaftliche, politische und soziale Entwicklungen“, so Alfred Rotert. Mit den Kriegen im Irak, in Afghanistan und Libyen, nach den Naturkatastrophen in Indonesien und auf Haiti, mit dem Klimathema und den jüngsten Ereignissen in Japan ist in der westlichen Welt das Koordinatensystem des Glaubens an eine sich ständig verbessernde Zivilisation durcheinander geraten.
Die Ausstellung spiegelt dieses Grundgefühl des Verlusts und des Zweifels wider: „Naturbilder dienen nicht der romantischen Verklärung, sondern werden als menschenlose, sich selbst genügende Landschaften mit eigener Dynamik präsentiert“, so Nöring. Gewalt und Kulturzerstörung sowie der Mangel an kindgerechten Umgebungen sind ebenso Themen. Der Blick auf Armut und auf ethnische Ausgrenzungen oder auf allgemeines politisches Unvermögen ist durchaus vorherrschend.
„Wir sind bereits jetzt auf 2012 gespannt“, sind sich die Macher einig. „Sicher ist, dass die Medienkunst auf die Ereignisse in unserer Welt reagieren wird und auch im nächsten Jahr ihre Funktion als Sprachrohr der Gesellschaft und Spiegel politischer Ereignisse beibehält!“ so das Resumée der Festivalleitung.
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Kerstin Kollmeyer
Presse(at)emaf.de
European Media Art Festival
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49074 Osnabrück
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Fax. 0541/ 28327

















