European Media Art Festiaval Osnabrück

Pressemitteilungen

European Media Art Festival, 23. - 27. April 2014

Ausstellung, 23. April - 25. Mai 2014

 

We, the enemy - leben unter verdacht

Das Programm

Das Programm des EMAF beleuchtet das Thema Überwachung und Datenerfassung in diesem Jahr aus verschiedenen künstlerischen Blickwinkeln. In kritischen aber auch humorvollen Arbeiten hinterfragen die Künstler in ihren Beiträgen, wie jeder Einzelne ins Netz der „Datenfänger“ geraten kann und wie man sich dagegen wehrt. Die flächendeckende Datenüberwachung stellt jeden Bürger unter Generalverdacht und macht ihn zu einem potentiellen Feind.

Aus den mehr als 2.300 Bewerbungen für das EMAF 2014 wurden für das Filmprogramm insgesamt über 185 Filme ausgewählt, darunter sechzehn Europa-Premieren und neun Weltpremieren.
Aus dieser Auswahl wird eine internationale Jury, bestehend aus Kathy Rae Huffman (USA), Claudia Löffelholz (D/IT) und Rizki Lazuardi (IDN) die besten Arbeiten mit verschiedenen Preisen auszeichnen: Dem „EMAF Award“ für eine richtungsweisende Arbeit der Medienkunst, dem „arte creative Newcomer Award“ für eine herausragende Arbeit eines Nachwuchskünstlers sowie dem „Dialogpreis“ des Auswärtigen Amtes zur Förderung des interkulturellen Austauschs.
Zudem wird der Verband der deutschen Filmjournalisten den „EMAF-Medienkunst-Preis der deutschen Filmkritik“ als neuen Preis vergeben, den eine Jury, bestehend aus Toby Ashraf, Günter Beyer und Wilfried Hippen, auswählt.

Unter den präsentierten Filmen finden sich auch verschiedene Programme, die sich auf das Festival-Thema „WE,THE ENEMY“ beziehen. Darunter auch drei Spielfilme, die zeigen, dass das Thema der Überwachung nicht erst seit Edward Snowden in den Kinos Beachtung findet.

Die Ausstellung des Festivals sowie die Vorträge der Konferenz beziehen sich geschlossen auf das Festival-Motto: Neben visualisierten Twitter-Feeds und Interviews mit Drohnenpiloten in der Ausstellung kommt in den Vorträgen der Konferenz zum Beispiel Annie Machon zu Wort, die früher beim britischen Geheimdienst (MI5) tätig war. Inzwischen arbeitet sie als Journalistin und Aktivistin und setzt sich mit der „Courage“ Stiftung für die Verteidigung von Whistleblowern wie Edward Snowden ein.

 

 

 

 

 

Der Medienkünstler Salvatore Vanasco aus Berlin stellt die Frage, ob wir alle die totale Vernetzung wirklich wollen – mit allen Vor- und Nachteilen, die sie bietet.

Der Media Campus präsentiert in diesem Jahr sechs Filmprogramme, bestehend aus 41 Videos und Filmen, die aus über 350 Einreichungen aus den Hochschulen ausgewählt wurden. Die inhaltliche Bandbreite reicht hier von soziokulturellen Untersuchungen bis hin zu skuril-abstrakten Experimentalfilmen mit ungewöhnlichen Sound- und Bildeffekten.
In der Ausstellung präsentiert der Media Campus in verschiendenen Locations sechzehn Arbeiten, darunter auch interaktive Arbeiten wie den „Entschleunigerhelm“, der die Wahrnehmung des Trägers auf Zeitlupe bremst und den „Stimmmaler“, der den Besuchern die Möglichkeit gibt, mit ihrer Stimme auf einer projizierten Leinwand zu ‚zeichnen‘.

Performative Konzerte füllen die Festival-Abende, neben dem Audiovisuellen Salon in der Bergkirche Osnabrück wird die „Diamond Road Show“ die Besucher auf eine Reise mitnehmen, die an Roadmovies erinnert – allerdings verwoben mit experimenteller Trickfilm-Technik.

Weitere Infos und Bilder zum Festival gibt es unter www.emaf.de und auch auf facebook, vimeo, twitter und flickr.


European Media Art Festival

Das EMAF in Osnabrück zählt zu den bedeutendsten Foren internationaler Medienkunst und ist ein offenes Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiterentwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Als lebendiger Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und ein interessiertes Fachpublikum hat es Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt.

 

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European Media Art Festival, 23. - 27. April 2014

Ausstellung 23. April - 25. Mai 2014

 

WE, THE ENEMY - Leben unter Verdacht

Warum wir – kollektiv als verdächtig eingestuft – umfassend überwacht werden müssen, wie ‚Feinde‘ behandelt werden und gleichzeitig auch zu überwachenden ‚Feinden‘ mutieren, ist die Frage, mit der sich das European Media Art Festival vom 23. – 27. April 2014 in Osnabrück beschäftigt.
Wie weit geht die totale Kontrolle durch Überwachungskameras, GPS-Daten von Fahrzeugen und mobilen Endgeräten und Speicherung von Kommunikationsdaten? In seinem Roman „1984“ hat George Orwell vor 65 Jahren eine Überwachungsdiktatur beschrieben, die heute längst in unserem Alltag angekommen zu sein scheint.
Zum Thema „WE, THE ENEMY – leben unter verdacht!“ reflektiert das EMAF mit seinem umfangreichen Programm wie die aktuelle internationale Kunstszene auf die digitale Überwachung reagiert und welche Strategien der digitalen Selbstverteidigung gefunden werden können.

Während der Festivaltage bietet das EMAF in verschiedenen Kinos eine Bandbreite aktueller Filme und Videos sowohl von renommierten Künstlern als auch von jungen Talenten. Gezeigt werden Lang- und Kurzfilme, Animationen, Musik-Clips, Dokumentationen und Experimentalfilme. Darunter werden auch verschiedene Programme speziell zum Festival-Thema zu sehen sein.
In Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden werden sich Experten der Medienkunstszene und investigative Journalisten damit auseinandersetzen, wie die Überwachung, ihre Sprache, mediale Inszenierung und Architektur überhaupt funktionieren und wem sie eigentlich nützt.

Die begleitende Ausstellung wird in diesem Jahr vom 23. April bis 25. Mai in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen sein. Sie zeigt Objekte, Klangkunst, Lichtinstallationen und Videoprojektionen, die sich mit der alle Grenzen überschreitenden, digitalen Überwachung auseinandersetzen und die Beziehungen zwischen Macht, Wirtschaft, Kunst, Individuum und Gesellschaft intensiv beleuchten.

 

 

 

 

Umfassende Nachwuchsförderung betreibt das EMAF auch in diesem Jahr mit dem Media Campus, bei dem Studierende deutscher und internationaler Kunst- und Medienhochschulen ihre Arbeiten präsentieren. Das Programm des Campus umfasst Workshops, einen Ausstellungsbereich sowie verschiedene Film- und Videoprogramme.

Für Entertainment und ausgefüllte Abende während des Festivals sorgt in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Spätprogramm mit Live Performances, Partys und Soundprojekten, die akustisch und visuell für Stimmung sorgen werden. In diesem Jahr ist dabei eines der Highlights der „Audiovisuelle Salon“ in der beeindruckenden Kulisse der Osnabrücker Bergkirche!
Auf dem EMAF werden im Bereich des Film- und Videoprogramms der »EMAF-Award«, der »arte creative Newcomer Award«, der »Dialogpreis« des Auswärtigen Amtes und der »EMAF-Medienkunst-
Preis der Deutschen Filmkritik« vergeben. Die Preisverleihung findet am Sonntag Abend in der Osnabrücker „Lagerhalle“ statt.

Presseakkreditierungen nehmen wir gerne noch bis Anfang April entgegen, bitte wenden Sie sich an Kerstin Kollmeyer unter presse(at)emaf.de oder Tel: 0541 – 21 658.
Weitere Infos zum Festival gibt es unter www.emaf.de und auch auf facebook, vimeo, twitter und flickr.


European Media Art Festival
Das EMAF in Osnabrück zählt zu den bedeutendsten Foren internationaler Medienkunst und ist ein offenes Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiterentwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Als lebendiger Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und ein interessiertes Fachpublikum hat es Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt.

 

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EMAF 2013

 

Die Preisverleihung

Am Sonntag Abend fand in der Osnabrücker "Lagerhalle" die Preisverleihung des 26. European Media Art Festivals statt. Insgesamt rund 180 Filme nahmen am Wettbewerb um die beim Festival zu gewinnenden Preise teil.

Eine internationale Jury, bestehend aus Julia Draganovic (Italien), Caspar Stracke (Finnland/Deutschland) und Elias Souaiby (Libanon), vergab sowohl den EMAF Award, den Arte Creative Newcomer Award als auch den Dialogpreis des Auswärtigen Amtes.

Der EMAF Award prämiert richtungsweisende Arbeiten der Medienkunst und ging, zusammen mit einem Preisgeld von 2.500 Euro an Hilary Koob-Sassen für seinen Film "Transcalar Investment Vehicles" (GB 2012, 65:00 Min).
Hierzu schreibt die Jury: "Die Jury vergibt den EMAF Award für eine Arbeit die in einer überwältigenden Collage aus verschiedenen visuellen Versatzstücken besteht: Mikro und Makro, Persönliches und Öffentliches, Bekanntes und Unbekanntes befinden sich ununterbrochen auf Kollisionskurs. Was sich auf den ersten Blick mit dem wissenschaftlichen Begriff instabiler Zustand beschreiben lässt, offenbart sich bald als hybrider Organismus. Trotz seiner beständig sich verändernden Gestalten, Erscheinungsweisen und Ästhetiken verfügt dieser Organismus über einen stringenten vitalen Zusammenhang. Momente von Trauer oder Unsicherheit nehmen die Form von Skulpturen aus zusammengefügten offenen Behältern an.
Im Verlauf seines Videos kreiert Hilary Koob-Saasen einen ununterbrochenen Dialog, der die kodifizierte Sprache der Finanziers transformiert und den Redegestus der großen Korporationen in eine poetische Metasprache übersetzt. Während sie durch die hoch spezialisierte Welt der Kodes und Bedeutungsträger surft, lässt sich seine Arbeit als der Versuch lesen, eine visuelle Theorie als Strategie gegen Miss-Information und Ungewissheit zu entwickeln: In einer Welt mit zu vielen unlösbaren Rätseln, ist man dazu aufgerufen, sein eigenes Rätsel zu entwickeln. Anstatt sich dem hoffnungslosen Versuch hinzugeben, den beständigen Fluss von komplexen Informationen zu analysieren und zu verarbeiten, sollt man neuer Wege der Wiedernutzung entwickeln. Beginne mit deiner unmittelbaren Umgebung, Politik beginnt im Wohnzimmer.

Der Arte Creative Newcomer Award wurde in diesem Jahr geteilt und an zwei verschiedene Filmemacher verliehen und zwar an Karimah Ashadu und "Lagos Island" (NGR/GB 2012, 4:44 Min) sowie ‚cylixe‘ und ihren Film "Una Ciudad En Una Ciudad" (D 2012-2013, 18:22 Min). Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro unterstützt die Gewinner bei der Realisierung einer neuen Arbeit, die bei ARTE Creative und beim EMAF 2014 präsentiert wird.
"Lagos Island" prämierte die Jury mit folgender Begründung: "Die bewegten Bilder der zweiten Arbeit kreisen im wörtlichen Sinne und kehren die Perspektiven des Betrachters einem holprigen Rhythmus folgend immer wieder auf den Kopf. Ein hölzernes Knarren begleitet den ruckhaften Wechsel von einem schrägen Ausblick auf eine afrikanische Landschaft zum nächsten – wir fühlen uns befremdet, so wie sich vermutlich auch die auf Lagos Island campenden Immigranten fühlen, deren Lebenswelt die Autorin mit ihren unkonventionellen Blickwinkeln dokumentiert."

Den außerdem gleichwertig ausgezeichneten Film "Una Ciudad En Una Ciudad" beschreibt die Jury so: "Die eigenartige rhythmische Sprache dieses Videos erzeugt ein mitreißendes Tempo im Wechsel von Erwartungserzeugung und Enthüllung verbotener Bilder. Gemeinsam mit der Autorin des Filmes überschreitet der Betrachter eine Grenze nach der anderen und wird so zum Komplizen dieser abenteuerlichen Erkundung von städtischem Terrain durch heimliche Filmaufnahmen. Der Film handelt nicht allein von einer gigantischen Hausbesetzung, sondern auch und vor allem von sozialen Hierarchien, selbst-organisierten und autarken Lebensgemeinschaften jenseits von urbanistischen Planungskonzepten. Innen- und Außenansicht dieser Communities, die Resultat einer sich beständig ausbreitenden Balkanisierung in Caracas, Venezuela sind, klaffen eklatant auseinander, werden aber von der Autorin virtuos zueinander in Beziehung gesetzt."

 

 

 

Der Dialogpreis des Auswärtigen Amts zur Förderung des interkulturellen Austauschs ging mit einem Preisgeld von 2000 Euro an Zachary Formwalt mit "Unsupported Transit" (NL 2011, 15:00 Min).

Die Jury vergibt den Dialog Preis an Zachary Formwalts "Unsupported Transit" für "seine kluge Kombination von Stimme und Bild, die die Möglichkeiten der Kommunikation zum Zwecke der wechselseitigen Vers tändigung in Frage stellt.

Im Video werden lange Aufnahmen von Rem Kohlhaas’ Baustelle für das neue Börsengebäude in Shenzen, der schnellst wachsenden Stadt der Welt, von einem Voice-over begleitet, das die Geschichte von Eadweard Muybridges Erforschung von Bewegung mit Mitteln der Fotografie mit Leland Stanfords Investment-Experimenten auf dem sogenannten "Freien Markt" und mit Marx‘ und Engels Analyse eines Phänomens, das sie als "verkürzte Form von Kapital" bezeichnen, verstrickt. Der Text lädt den Betrachter ein auf eine Reise durch die Geschichte des Kapitalismus und die Geschichte dessen, was auf den ersten Blick als Analyse von Wahrnehmung erscheint. Die Bilder enthüllen jedoch, dass das, was der Erzähler als einen Tatsachenbericht darstellt, in Wirklichkeit die Erschaffung eines neuen Repräsentationsmodells beschreibt. Der Kapitalismus folgt seinem eigenen Weg ohne irgendjemandem oder irgendetwas Gehör zu schenken. Der Betrachter bleibt immer einen Schritt hinter dem Geschehen zurück. Aber nichtsdestotrotz versucht die Stimme aus dem Off die Neuerfindung des Kapitalismus in China zum einem Erbstück von US-amerikanischer und europäischer Geschichte zu erklären."

Der "Preis der deutschen Filmkritik 2013 in Bereich Experimentalfilm" geht, zusammen mit 500 Euro an Benjamin Ramirez Perez und "Gradually" (D 2012, 6:25 Min).

Die Jury schreibt: "Nach und nach", "Stück für Stück" - so die deutsche Übersetzung von Benjamin Ramirez Perez Arbeit "Gradually". Und gemeint scheinen damit nicht nur die gefahrenen Kilometer zum Zielort X, die Perez‘ Protagonistin via Zug zurücklegt. Nach und nach entfächern sich auch die verschiedenen Wahrnehmungsebenen. Gleich eines Prismas, das einfallende Lichtstrahlen in seine Wellenlängen zu brechen vermag, zerlegt "Gradually" auf sehr sinnliche Weise eine individuelle Erfahrung und macht sie in einzelnen Bildern sichtbar. Verschiebungen in Raum und Zeit, das Außen, das Innen, Reflexionen auf Fensterscheiben und gespaltene Kadrierungen - Synchronizität, die letztlich entsteht, wenn die von Perez genutzten Formate zu einer Gesamtheit zusammenfließen."

Der "Verband der deutschen Filmkritik e.V." hatte Carolin Weidner, Dr. Thomas Rothschild und Bodo Schönfelder in die Jury berufen.

Das EMAF beglückwünscht alle Preisträger recht herzlich und bedankt sich bei den Jurys für ihre tolle Arbeit.

Für weitere Informationen und Pressefotos zur Preisverleihung wenden Sie sich bitte an Kerstin Kollmeyer unter presse(at)emaf.de.

Pressemitteilung 03-2012

25. European Media Art Festival, 18. – 22. April 2012

Ausstellung: 18. April – 27. Mai 2012

 

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